GITEWS

Hinter dem Kürzel GITEWS verbirgt sich ein Tsunami-Frühwarn-System für den Indischen Ozean, das gemeinsam von Deutschland und Indonesien entwickelt wurde.

Das Projekt entstand 2005 im Rahmen der Wiederaufbauhilfe für die vom Weihnachts-Tsunami zerstörten Gebiete Südost-Asiens. Ziel ist es, ein Netzwerk von Messinstrumenten zu schaffen, das Daten zur frühzeitigen Erkennung einer solchen Naturkatastrophe liefert.

Tsunamis werden in 90 Prozent aller Fälle durch Seebeben verursacht. Die entstehenden Wellen erreichen auf dem offenen Meer in etwa die Geschwindigkeit eines Passagierflugzeugs. An den Küsten können sie meterhoch auflaufen und ihr zerstörerisches Potenzial entfalten. Weil sich die Wellen mit rasender Geschwindigkeit auf die Küsten zubewegen, sind die Vorwarnzeiten extrem kurz: In der Region um Indonesien nur 20 bis 30 Minuten.

Erdbebenstationen an Land messen die Stärke und lokalisieren das Epizentrum des Bebens; Küstenpegel liefern Daten zum Wasserstand; Bojen bestimmen Meeresspiegel und Luftdruck. Sie leiten auch jene Daten weiter, die Drucksensoren auf dem Meeresgrund liefern. Alle Informationen werden an ein Warnzentrum übermittelt und dort mit vorher entwickelten Rechen(Computer-?)modellen abgeglichen. So soll GITEWS schnelle und zuverlässige Vorhersagen darüber liefern, wann und mit welcher Höhe die Monsterwellen auflaufen. Wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Ausbildung indonesisches Wissenschaftler und Techniker: Sie sollen eines Tages das gesamte System selbstständig betreiben.

Website des GITEWS-Projekts