Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, Hamburg & Rostock

Gebäude BSH

Das BSH ist die zentrale maritime Bundesoberbehörde und Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit Sitzen in Hamburg und Rostock

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ist mit 2 Dienstsitzen tätig in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) von Nord- und Ostsee, mit 5 Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffen sowie einem meereschemischen Labor. Es ist vertreten in mehr als 12 internationalen Organisationen und etwa 200 dort angesiedelten Gremien und  beschäftigt etwa 850 Menschen in rund 100 Berufen.

Schutz der Meere

Zu dem Aufgabenbereich des BSH gehört die Überwachung des Zustandes von Nord- und Ostsee. Dazu werden regelmäßig physikalische und chemische Zustandsparameter und Komponenten in der Wassersäule und dem Sediment erhoben. Neben schiffsgestützten Dauermessprogrammen werden auch Daten in (Nahe-) Echtzeit aus dem „marinen Umweltmessnetz in Nord- und Ostsee“ (MARNET) mit 12 automatisierten Messstationen sowie aus der Fernerkundung gewonnen. Auf dieser Datenbasis entwickelt und betreibt das BSH auch Modelle und Produkte unter anderem für Vorhersage – und Warndienste. In Zusammenarbeit sowohl mit Universitäten als auch mit außeruniversitären Einrichtungen der Grundlagenforschung und Ressortforschung entwickelt das BSH unter anderem Methoden zur Überwachung der Einhaltung internationaler Übereinkommen zum Schutz der Meere. Das BSH ist auch intensiv am internationalen ARGO-Programm beteiligt, einem Beobachtungssystem für die Weltmeere mit dem seit dem Jahr 2000 Temperatur, Salzgehalt und Strömungen gemessen und zur Forschung und Klimaüberwachung verwendet werden.

Offshore Windenergie

1995 erhielt das BSH die Zuständigkeit für die Prüfung, Zulassung und Überwachung von Anlagen und Bauwerken in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) von Nord- und Ostsee. Sowohl die Genehmigung und Bauüberwachung von Offshore-Windparks, die Entwicklung der Bundesfachpläne Offshore für Nord- und Ostsee zur räumlichen Planung der Netzanbindungen der Windparks als auch die maritime Raumordnung fallen in seine Verantwortung. Nach umfangreichen Forschungsarbeiten und als Ergebnis der Arbeit einer Expertengruppe aus Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft gab das BSH zur Unterstützung der jungen Offshore-Branche drei Regelwerke („Standards“) heraus, die regelmäßig überarbeitet und aktualisiert werden, damit sie den neuesten Stand der Technik wiedergeben.

Belange der Seeschifffahrt

Die Belange der Seeschifffahrt stellen eine wesentliche Aufgabe des BSH dar. Neben Verwaltungsaufgaben und nautischer Hydrographie umfasst das auch die Beauftragung, Koordination und eigene Durchführung von technischen Untersuchungen sowie naturwissenschaftlicher und nautisch-technischer Forschung zur Förderung der Sicherheit in der Seeschifffahrt.

Das BSH gibt die amtlichen Seekarten in Papierform und als elektronische Seekarten zur Darstellung auf einem elektronischen Seekarten Darstellungssystem (Electronic Chart Display and Information System – ECDIS) heraus. Sie decken die deutschen Hoheitsgewässer und die deutsche ausschließliche Wirtschaftszone ab. Die Topographie des Meeresbodens genau, detailliert und aktuell zu kennen ist eine wesentliche Grundlage für die Anwendungen zur Nutzung und zum Schutz der Meere. Für die Vermessung der Wassertiefen und die Untersuchung von Unterwasserhindernissen wie Wracks, Gesteinsblöcken oder ähnlichem legen die BSH-Schiffe jährlich zirka 12 000 km mit Tiefenlotungen auf der rund 57 000 km2 großen Wasserfläche des deutschen Anteils von Nord- und Ostsee zurück. Die Tiefenangaben und Informationen über die Unterwasserhindernisse fließen in die Seekarten ein.

Bibliothek

Das BSH beherbergt die maritime Fachbibliothek der Bundesrepublik Deutschland. Eine in dieser Form einzigartige Sammlung maritimer Literatur mit rund 170 000 Medieneinheiten und 50 000 Seekarten steht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit in der Bibliothek zur Verfügung, mit den besonderen Sammelschwerpunkten „Physikalische Ozeanographie“ und „Seekarten“. Neben historisch bemerkenswerten Atlanten gibt es auch eine weltweit einmalige historisch-wissenschaftliche Sammlung von Flaschenpost-Briefen. Sie informiert über die Entwicklung der Navigation und der Methoden, die zur Untersuchung von Meeresströmungen Ende des 19. bis weit ins 20. Jahrhundert angewandt wurden.

Lange Tradition in maritimen Diensten und Forschung

1868 eröffnete Wilhelm von Freeden in Hamburg das private Institut „Norddeutsche Seewarte“. Es sollte „die ozeanischen Reisen sichern und abkürzen“. 1875 übernahm die Deutsche Seewarte unter Leitung Georg von Neumayer diese Aufgaben. Maritime Meteorologie mit Beobachtungen der physikalischen und meteorologischen Erscheinung der Meere, Küstenmeteorologie, Sturmwarnungswesen, Instrumenten- und Chronometerprüfung waren ihre Aufgabenbereiche. 1945 gingen Teile der Aufgaben der Deutschen Seewarte auf das Deutsche Hydrographische Institut (DHI) über, 1990 auf dessen Nachfolger, das BSH. Zusätzlich übernahm es die Aufgaben der Schiffsvermessung und Aufgaben der Abteilung Seeverkehr des damaligen Bundesverkehrsministeriums. Der Vertrag zur Deutschen Einheit 1990 übertrug dem BSH auch die Verantwortung für die maritimen Aufgaben der ehemaligen DDR. Seit 1994 ist der Dienstsitz des BSH in Rostock gleichberechtigt mit dem Hamburger Dienstsitz. Die wesentlichen Rechtsgrundlagen für seine Aufgaben sind das Seeaufgabengesetz, das Seeanlagengesetz, das Windenergie-auf-See-Gesetz sowie das Raumordnungsgesetz.

Internetseite des BSH

 

Kontakt

BSH Hamburg
Bernhard-Nocht-Straße 78
20359 Hamburg

BSH in Rostock
Neptunallee 5
18057 Rostock

Präsidentin: Monika Breuch-Moritz

Öffentlichkeitsarbeit:

Susanne Kehrhahn-Eyrich
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 040/3190-1010
Mobil: 0151 11 58 85 74
E-Mail: ed.hsb//@esserp
Web: www.bsh.de