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31.07.2009

Meerespreis für Frank Schätzing!

Elisabeth-Mann-Borgese-Meerespreis für Bestseller-Autor, EU-Kommissar Joe Borg und Meeresforscher Hans Hass

KIEL. Der Kölner Bestseller-Autor Frank Schätzing, der erste EU-Meereskommissar Dr. Joe Borg und der Wiener Meeresforscher Prof. Dr. Hans Hass erhalten in diesem Jahr den schleswig-holsteinischen Elisabeth-Mann-Borgese-Meerespreis. Das teilten heute (29. Juli) Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und der Maritime Koordinator der Landesregierung, Prof. Dr. Peter Herzig mit. „Die ausgewählten Preisträger haben aus sehr unterschiedlichen Perspektiven heraus auf die Bedeutung der Meere aufmerksam gemacht. Gemeinsam ist Ihnen jedoch Ihre Begeisterung und das Engagement für die Meere“, sagte Carstensen. Der mit insgesamt 20.000 Euro dotierte und nach der Tochter des Lübecker Schriftstellers Thomas Mann benannte Preis wird offiziell am 6. Oktober im Rahmen einer Feierstunde in Kiel verliehen.

Wie Carstensen sagte, erhalte Frank Schätzing (52) die Auszeichnung für die Verbindung von maritimer Wissenschaft und Fiktion in seinem Roman „Der Schwarm“. EU-Meereskommissar Dr. Joe Borg (57) werde für sein Engagement für einen integrativen Ansatz in der maritimen Politik gewürdigt. Professor Hans Hass (90) erhalte den Preis für sein Lebenswerk und seine Pionierarbeit als erster Forschungstaucher und -filmer der Unterwasserwelt. Der Elisabeth Mann-Borgese-Preis – ein Projekt der Landesinitiative „Zukunft Meer“ – wird seit 2007 an Persönlichkeiten verliehen, die durch ihr politisches, wissenschaftliches oder gesellschaftliches Engagement auf die zentrale Rolle der Meere und deren Erhalt und Schutz aufmerksam gemacht haben.

Nach den Worten von Prof. Herzig, Direktor des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften, IFM-GEOMAR, ist der schleswig-holsteinische Meerespreis eine Anerkennung herausragender Leistungen im Hinblick auf die Erforschung, die Nutzung und den Schutz der Meere und als solcher europaweit einmalig. „Schleswig-Holstein ist mit der Schaffung des Elisabeth-Mann-Borgese-Preises seinem Ruf als maritime europäische Modellregion in besonderem Maße gerecht geworden“ sagte Herzig. Über die Vergabe des Preises entscheidet eine Jury aus Vertretern von Bundes- und Landesregierung sowie der Sponsoren.

Kurzbiographien der Preisträger:

Frank Schätzing ist seit Beginn der 1990er Jahre als Schriftsteller in Erscheinung getreten. Mit dem Wissenschaftsthriller Der Schwarm, in dem eine unbekannte intelligente Lebensform aus der Tiefsee die Lebensgrundlagen der Menschheit bedroht, feierte Schätzing 2004 seinen bisher größten Erfolg. Der Roman, für den Schätzing ausgiebig im heutigen Leibniz-Institut für Meereswissenschaften in Kiel recherchierte, verarbeitet aktuelle maritime Forschungsfelder und Zusammenhänge, die die besondere Rolle der Ozeane für die Menschen erzählerisch darstellen. „Der Schwarm“ wurde als Bestseller mit einer Auflage von über zwei Millionen von einer großen internationalen Öffentlichkeit angenommen und in 18 Sprachen übersetzt. Zurzeit wird der Thriller von Schauspielerin und Produzentin Uma Thurman verfilmt.

Dr. Joe Borg ist Rechtswissenschaftler und ehemaliger Außenminister seines Landes Malta. Seit 2004 ist er der erste Fischerei- und Meereskommissar der EU. Er setzt sich für die Umsetzung einer integrierten Meerespolitik in Europa ein: So wie alle maritimen Wirtschafts- und Freizeitaktivitäten hängt auch die Nachhaltigkeit der Fischerei von einem gesunden und intakten Gleichgewicht der marinen Ökosysteme ab. Dank des Einsatzes von Joe Borg hat sich die europäische Meerespolitik von isolierten Einzelpolitiken in weniger als 5 Jahren zu einem vorbildlichen integrativen europäischen Politikfeld entwickelt.

Prof. Dr. Hans Hass lebt in Wien und wurde in diesem Jahr 90 Jahre alt. Seine große Pionierleistung ergibt sich aus seiner außergewöhnlichen Kombination als Sportsmann, Meeresforscher und Filmer. Er produzierte in den 50iger und 60iger Jahren über 100 Unterwasserfilme und brachte das Schwimmtauchen nach Europa. Er trug zur Entwicklung der Flossen und Atemgeräte bei, die heute so selbstverständlich sind, und wirkte auch an der Konstruktion der ersten Unterwasserkameras mit. 1952 erhielt Hass auf der Biennale in Venedig den Dokumentarfilmpreis, 1959 folgte in Los Angeles eine internationale Auszeichnung für den Film „Unternehmen Xarifa“. Mit einer Mischung aus Naturdokumentation und Abenteuerfilm hat er die Unterwasserwelt popularisiert und in die Wohnzimmer gebracht. Gleichzeitig machte er sich frühzeitig auch um den Naturschutz verdient. Gemeinsam mit anderen erreichte er beispielsweise ein fast weltweites Verbot des Harpunierens. Er schuf den ersten Zugang zu Meerestieren, die zuvor so fremd waren wie Außerirdische. Hans Hass wird für sein Lebenswerk geehrt.

Elisabeth Mann-Borgese (1918-2002) ist es unter anderem maßgeblich zu verdanken, dass im heutigen Seerecht die Meere als Gemeinerbe der Menschheit angesehen werden und dass im August 1996 der Internationale Seegerichtshof in Hamburg seine Arbeit aufgenommen hat. In dem 1972 von ihr auf Malta gegründeten „International Ocean Institute“ werden ökologische, ökonomische wie auch rechtliche Fragen diskutiert.

Ehemalige Preisträger

  • Prof. Dr. Klaus Töpfer, ehemaliger Direktor der UN-Umweltbehörde
  • Prof. Erwin Suess, Meeresforscher u.a. im Bereich Gashydratforschung
  • Prof. Biliana Cicin-Sain, Gründerin des Global Ocean Forum, Gerechtes Ozeanmanagement (Good Governance)
  • Dr. Boris Worm, Meeresökologe u.a. im Bereich Biodiversität

Sponsoren des Meerespreises:

mare Verlag; Lighthouse-Foundation; NordWest-Lotto; IFM-GEOMAR

Verantwortlich für diesen Pressetext: Knut Peters, Rüdiger Ewald | Düsternbrooker Weg 104, 24105 Kiel | Tel. 0431 988-1704 |Telefax 0431 988-1977 | E-Mail: landesregierung@schleswig-holstein.de | Medien-Informationen der Landesregierung aktuell und archiviert im Internet unter http://www.schleswig-holstein.de


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