Mensch und Meer

Marine Sozial- und Kulturwissenschaften

Hintergrund

Das Meer wird von der Menschheit immer intensiver genutzt und somit immer bedeutsamer. Sei es in Bezug auf traditionelle Nutzung, wie Nahrungsproduktion, Schifffahrtswege und Küstenbebauung oder in Bezug auf neue Nutzungen, z.B. als Senke für Kohlendioxid, durch Tauchtourismus, Aquarienhandel oder Tiefseebergbau. Somit hat der Mensch auch einen immer größeren Einfluss auf das Ökosystem Meer und der anthropogene Druck auf Küsten und Meere nimmt stetig zu. Die Bedeutungszunahme spiegelt sich auch in der Zunahme politischer Regulierungsversuche und Aushandlungsprozesse auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene wider. Die vor kurzem veröffentlichte Kommunikation der EU ‚International Ocean Governance: An Agenda for the Future of our Oceans‘ verdeutlicht dieses erneut.

Insofern nimmt auch die Notwendigkeit stetig zu, auf das Meer und seine Ressourcen bezogenen Steuerungsmechanismen, gesellschaftlichen Organisationsformen und  Zukunftsvorstellungen wissenschaftlich zu erheben und analytisch zu reflektieren. Dies drückt sich auch in der zunehmenden Einforderung entsprechender sozial- und kulturwissenschaftlicher Expertise aus – insbesondere von Seiten der Politikgestaltung, dem Wissenschaftsmanagement und Internationalen Nicht-Regierungsorganisationen. Die Mitglieder dieser Strategiegruppe tragen mit ihrer Expertise zu der Bearbeitung aktueller Fragestellungen bei.

Die folgenden vier Themenfelder stehen im Mittelpunkt unseres Interesses:

  • Meeresgovernance für nachhaltige Entwicklung
  • Marine & küstenbezogene Transformationsforschung
  • Sozial-ökologische & technologische Systemanalyse
  • Meerespolitische Friedens- und Konfliktforschung

Mitglieder

Prof. Dr. Achim Schlüter (Sprecher)

Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT), Bremen

Forschungsinteressen:

  • Institutionen (Regeln) zur nachhaltigen Nutzung von tropischen marinen Küstenökosystemen und deren Wandel
  • Entstehung und Beförderung von Kooperation in der gemeinsamen Nutzung der Küste und des Meeres
  • Verhalten von Menschen als zentrale Akteure im sozial-ökologischen System Küste und Meer
Leiter der Arbeitsgruppe Institutional- und Verhaltensökonomik am Zentrum für Marine Tropenforschung. Sein Interesse gilt im Wesentlichen Institutionen im Sinne von Regeln, die es ermöglichen die Küste und das Meer ökonomisch, sozial und ökologisch nachhaltig zu bewirtschaften. Hierzu ist es zentral, das Verhalten der Menschen innerhalb dieser Institutionen zu verstehen. Diese Aspekte werden in der Arbeitsgruppe in verschiedenen Bereichen betrachtet, so z.B. Aquakultur, marine Verschmutzung, Meeresspiegelanstieg, Tourismus oder Fischerei. Methodisch werden im Wesentlichen qualitative oder experimentelle Forschungsansätze verfolgt.

Prof. Dr. Silja Klepp (Sprecherin)

Kiel Marine Science, Zentrum für Interdisziplinäre Meereswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Forschungsinteressen:

  • Umwelt- und Klimagerechtigkeit
  • Soziale Auswirkungen des Klimawandels
  • politische Ökologie
  • Humangeographie, Sozialanthropologie
  • Italien, Mittelmeerraum, Kiribati, Ozeanien und Norddeutschland
Silja Klepp ist Professorin für Humangeographie an der Universität Kiel. Ihre Forschungsgruppe „Soziale Dynamiken in Küsten und Meeresgebieten“ beschäftigt sich mit Mensch-Umwelt-Beziehungen im Anthropozän. In ihrer aktuellen Forschung zum Themen der Klima-Governance interessiert sie sich besonders für Gerechtigkeitsfragen, wie soziale und kulturelle Vielfalt in Maßnahmen und Politiken der Klimawandelanpassung integriert und wie die Selbstbestimmung der betroffenen Gemeinschaften gewährleistet werden kann. Silja hat Feldforschungen in Kiribati, Vanuatu, Neuseeland, Italien, Libyen, Malta und Sambia durchgeführt. Für ihre Doktorarbeit zu Flüchtlingen und Grenzräumen im Mittelmeer hat sie mehrere Preise gewonnen. Zusammen mit Kolleg*innen hat Silja Klepp das transdisziplinäre Netzwerk für Umweltgerechtigkeit EnJust (www.enjust.net) gegründet. Um inklusiv und kreativ zu arbeiten, verwendet sie auch transdisziplinäre Ansätzen und experimentiert mit künstlerischer Forschung.

Dr. Anna Lena Bercht

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Geographisches Institut

Forschungsinteressen:

  • Psychologische Barrieren bei der Klimawandelanpassung
  • Umwelt- und Klimagerechtigkeit
  • Klimakommunikation
  • Küstenfischerei
  • Arktis, Norddeutschland
Anna Lena Bercht ist Humangeographin und Postdoktorandin am Geographischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und assoziierte Wissenschaftlerin an der Katastrophenforschungsstelle (KFS) der Freien Universität Berlin. Ihre Forschung bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Humangeographie und Psychologie. Aktuell liegt ihr Forschungsschwerpunkt auf Umweltgerechtigkeit und psychologische Barrieren bei der Klimawandelanpassung am Beispiel der Küstenfischerei in der norwegischen Arktis. Methoden der qualitativen Sozialforschung bilden das empirische Fundament ihrer Arbeit. Von 2015 bis 2017 war Anna Lena im Rahmen eines Postdoc-Stipendiums der Fritz Thyssen Stiftung als Gastwissenschaftlerin am Stockholm Resilience Centre (SRC) der Stockholm Universität tätig.

Dr. Phil. Bergmann, Sven

Deutsches Schifffahrtsmuseum

Forschungsinteressen:

  • Meeres- und Umweltanthropologie
  • Wissenschafts- und Technikforschung
  • Politische Ökonomien und Ökologien von Müll, Verschmutzung und Toxizität
  • Infrastrukturen, Stadt- und Regionalwandel
  • Verwandtschaft, Reproduktion und Körper
Sven Bergmann ist Kulturanthropologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Schifffahrtsmuseum Bremen. Sein Post-Doc-Projekt beschäftigt sich mit der Problematisierung von Plastik im Meer und dessen Verstrickungen mit neu enstehenden Naturenkulturen wie der Plastisphäre. Die Forschung geht der Frage nach, wie Mikroplastik als wissenschaftliches und gesellschaftliches Problem aufgeworfen wurde. Die Forschung ist ein Beitrag zu einer Anthropologie des Spekulativen und der ungewissen Zukünfte, Zeitlichkeiten und Ökologien. Plastik wird darin als ein andauerndes Experiment mit noch unbekanntem Nachleben konzipiert.

Prof. Dr. Tanja Bogusz

Universität Kassel, Fachgebiet Soziologie sozialer Disparitäten

Forschungsinteressen:

  • Marine Social Sciences
  • Science Studies
  • Wissenskulturen
  • Sozial- und Gesellschaftstheorien
  • Kollaborative Forschungsmethoden
Tanja Bogusz (Dr. habil.) ist Soziologin; Gastprofessorin an der Universität Kassel am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, assoziierte Forscherin am Center for Sustainable Society Research (CSS) an der Universität Hamburg, sowie Gründungs- und Vorstandsmitglied der Fachgesellschaft Science and Technology Studies in Germany (STSinG). In ihrem aktuellen DFG-Projekt „Natur und Gesellschaft erfahren. Eine multi-sited Untersuchung meeresbiologischer und ethnografischer Feldwissenschaften“ vergleicht sie meereswissenschaftliche Forschungspraktiken (Expeditionen und Stationen) mit sozial- und kulturwissenschaftlichen Analyseverfahren. Sie verbindet diese mit einer experimentalistischen Soziologie der Wissensgesellschaft, die auf die Herstellung kollaborativer Forschungsformate für meeresbezogene Natur- und Sozialwissenschaften abzielt.

Dr. Annette Breckwoldt

Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung, Abteilung Sozialwissenschaften

Forschungsinteressen:

  • Science-Stakeholder Interaktionen
  • Integriertes Küstenmanagement
  • Kleinskalige Fischereisysteme
  • Lokale Realitäten in Nutzung und Management von Meeres-Ressourcen
  • Umwelt- und Entwicklungsaspekte von Insel-Staaten
  • Umweltwahrnehmungen
  • Inter- und Transdisziplinarität: Schnittstellen Ökologie / Sozialwissenschaften / Humangeographie / Umweltpsychologie
Annette Breckwoldt ist eine interdisziplinäre Meereswissenschaftlerin und Projektleiterin der deutschen Seite des binationalen französisch-deutschen (ANR/DFG) Forschungsprojektes SOCPacific (‚A Sea of Connections: contextualizing fisheries in the South Pacific region‘, mit der Anthropologin Dr. Elodie Fache auf der französischen Seite). Ausserdem ist sie Gastwissenschaftlerin für ’science-stakeholder interaction processes‘ am Alfred-Wegener-Institut Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. Annette’s PhD (2007) beschäftigte sich mit interdisziplinären Aspekten von gemeinde-basiertem Fischereimanagement in traditionellen fidschianischen Fischfanggründen. Annette ist Mitglied des Lenkungsausschusses der IGU ‚Commission on Islands‘, Co-Chair der Human Dimension Working Group von IMBeR (Integrated Marine Biosphere Research; imber.info), und Associate Editor für die Fachzeitschrift Frontiers in Marine Science (Sektion ‚Marine Conservation and Sustainability‘).

Dr. Kira Gee

Helmholtz-Zentrum Hereon

Forschungsinteressen:

  • Sozio-kulturelle Dimensionen der maritimen Raumordnung
  • Nachhaltige Meeresentwicklung
  • Transnationale maritime Meerespolitik
  • Wahrnehmung des Meeres als Raum und Ort
  • Maritime Werte und Werthaltungen
Kira Gee ist seit Juni 2015 am Helmholtz-Zentrum Geesthacht tätig. Sie besitzt langjährige Erfahrung im Bereich maritime Raumordnung (MSP) und war in diversen internationalen MSP-Projekten in der Ostsee und im europäischen Atlantik tätig, zuletzt im BONUS BALTSPACE und GIZ MARISMA Projekt. Ihre aktuelle Forschung konzentriert sich auf sozio-kulturellen und internationalen Dimensionen der maritimen Raumordnung sowie den Meeresraum als solchen, darunter die Wahrnehmung des Meeres durch unterschiedliche Akteure, das Meer als Raum und Ort sowie individuelle Werthaltungen. Kira Gee ist Mitglied der ICES Working Group on Marine Planning and Coastal Zone Management (WGMPCZM) und des Wissenschaftlichen Begleitkreises des BSH zur Fortschreibung der ROP AWZ.

Dr. Friederike Gesing

Universität Bremen, artec Forschungszentrum Nachhaltigkeit

Forschungsinteressen:

  • Politische Ökologien der Küste
  • Koproduktion von Natur und Gesellschaft
  • Stickstoffmanagement
  • Science and Technology Studies (STS)
  • Qualitative Methoden / Praxeographie
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am artec Forschungszentrum Nachhaltigkeit der Universität Bremen und Leiterin des Forschungsprojekts “Nitrogen management in the making – Material practices and policies”. Sie ist Mitbegründerin des Bremen NatureCulture Lab (www.naturenkulturen.de) und Autorin des Buches “Working with Nature in Aotearoa New Zealand—An Ethnography of Coastal Protection” (Bielefeld: transcript 2016). Sie arbeitet an der Schnittstelle von Kulturanthropologie, Humangeographie und STS. 2015 promovierte sie im internationalen DFG-Graduiertenkolleg INTERCOAST (Universität Bremen und University of Waikato) mit einer qualitativen Analyse weicher Küstenschutzpraktiken. In 2012/2013 war sie Visiting Fellow am Science, Technology and Society (STS) Program der Harvard University.

Dr. Christoph Humrich

University of Groningen, Centre for International Relations Research (CIRR)

Forschungsinteressen:

  • Regionale Sicherheit in der Arktis
  • Internationale Umweltpolitik in der Arktis
  • Interaktion von globalen und regionalen Meeresgovernance-Arrangements
  • Anpassung von Küstenwachen und Marinen an marinen und maritimen Wandel (im Arktischen Ozean)
Christoph Humrich arbeitet seit 2012 als Assistant-Professor für Internationale Beziehungen und Sicherheitspolitik an der Universität Groningen und ist Associate Researcher am dortigen Arctic Centre. Sein Forschungsinteresse gilt der empirischen Interaktion von Recht und Politik, ihrer normativen Rechtfertigung und Kritik. Vor diesem Hintergrund forscht er zu Fragen internationaler Politik und Sicherheit der Meere und Polargebiete mit derzeitigem Schwerpunkt auf der regionalen Meerespolitik und Sicherheit in der Arktis und Projekten zu Mehrebenendynamiken der arktischen Governancearchitektur sowie zu Strategien der Akteure mariner und maritimer Sicherheit im Arktischen Ozean.

Dr. Vera Köpsel

Universität Hamburg | Institut für Marine Ökosystem- und Fischereiwissenschaften

Forschungsinteressen:

  • Mensch-Umwelt-Beziehungen
  • Gesellschaftliche Dynamiken von Klimawandelanpassung
  • Stakeholder Engagement in EU-Projekten
  • Die Rolle von Narrativen in Umweltmanagement-Prozessen
  • Wissenschaftskommunikation
Vera Köpsel schloss Ende 2017 ihre Promotion im Fach Geographie ab und ist nun Post-Doc-Wissenschaftlerin am Institut für Marine Ökosystem- und Fischereiwissenschaften (IMF) der Universität Hamburg. Dort ist sie im PANDORA-Projekt für nachhaltiges Fischereimanagement (EU Horizon2020) tätig und koordiniert dessen Projektkommunikation und Stakeholder Engagement-Aktivitäten. Außerdem führt sie ein Forschungsprojekt über regionale Unterschiede von Stakeholder Engagement im Fischerei-Sektor durch. Als Fallstudien dienen ihr die Untersuchungsgebiete von PANDORA: die Ostsee, Nordsee, Bucht von Biskaya, Straße von Sizilien, Ägäis sowie das westliche Mittelmeer.

Dr. Jana Koerth

Christian Albrechts Universität zu Kiel, Geographisches Institut

Forschungsinteressen:

  • Klimaanpassung
  • Klimadienstleistungen
  • Motivatoren von Klimaanpassungsentscheidungen
  • Meeresspiegelanstieg und Sturmfluten
Geographin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Christian-Albrechts Universität zu Kiel. Im Rahmen ihres Habilitationsvorhabens beschäftigt sie sich mit Klimadienstleistungen und inwiefern diese in Entscheidungsprozessen zu Klimaanpassung genutzt werden können. Zentral in ihrer wissenschaftlichen Arbeit ist der proaktive, menschliche Umgange mit dem Klimawandel mit dem thematischen Schwerpunkt Meeresspiegelanstieg und seine Folgen für Küstengebiete. Jana Koerth hat sich in den letzten Jahren insbesondere mit der Integration verschiedener Klimaanpassungsstrategien in Küstengebieten beschäftigt.

Dr. Tobias Lasner

Thünen-Institut für Seefischerei, Zukünftige Strukturen der Küstenfischerei

Forschungsinteressen:

  • Maritime Soziologie
  • Fischereisoziologie
  • Entrepreneurship
  • Küstenfischerei
  • Empirische Sozialforschung
Wirtschaftssoziologe im Arbeitsgebiet „Zukünftige Strukturen der Küstenfischerei“ am Thünen-Institut für Seefischerei und Ostseefischerei. Tobias Lasners Arbeit umfasst die akteurszentrierte und handlungstheoretische Forschung von Küstengemeinden. D.h. er stellt das Handeln und die Handlungsoptionen der betroffenen und verantwortlichen Menschen in das Zentrum seines Erkenntnisinteresses. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt hier auf der Küstenfischerei in der Nord- und Ostsee. Im Fokus stehen dabei die Fischer und Fischerinnen selbst, in weiteren Kreisen die sie umgebene Lebenswelt der Küstengemeinden, der Nutzungskonkurrenzen, der gesetzlichen Rahmengebung aus Politik und Verwaltung, nicht zuletzt auch die die Meeresressourcen und Fischerei erforschende Wissenschaft selbst. Dabei bedient er sich unterschiedlichen qualitativen und quantitativen Methoden der empirischen Sozialforschung.

Dr. Michael P. Link

Forschungsgruppe Klimawandel und Sicherheit, Institut für Geographie, Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit

Forschungsinteressen:

  • Zusammenhang zwischen Wasserverfügbarkeit und Konflikten
  • Akzeptanz erneuerbarer Energiegewinnung in Küstenregionen und im Meer
  • Langfristige Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs auf Flussdeltas
  • Zusammenhang zwischen Klimawandel und Konflikten
Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsgruppe Klimawandel und Sicherheit (CLISEC) am Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit an der Universität Hamburg. Außerdem seit 2012 Sprecher des Arbeitskreises „Geographie der Meere und Küsten“ (AMK) der Deutschen Gesellschaft für Geographie. Sein Forschungsinteresse gilt den gesellschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels. Hierbei liegt ein Schwerpunkt auf dem Zusammenhang zwischen Wasserverfügbarkeit und Konflikten, ein weiterer Fokus ist die gesellschaftliche Akzeptanz von erneuerbaren Energien in Küstenregionen. Mit agentenbasierten Modellen und Geographischen Informationssystemen untersucht er Konfliktrisiken und Kooperationsmöglichkeiten in unterschiedlichen Entwicklungspfaden.

Dr. Grit Martinez

MARUM Zentrum für marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen

Forschungsinteressen:

  • Sozial-ökologische Transformationen in Küstenregionen
  • Kultur und Transformation
  • Narrationstheorie, Kultursoziologie und Klimawandeldiskurs
  • Überbrückungskonzepte für die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Geistes- und Naturwissenschaften
Senior Fellow am Ecologic Institut, Fakultätsmitglied des Institutes im Berliner Programm der Duke Universität und Associate Research Professor am Department für Anthropologie der Universität Maryland. Das Studium der Geschichte, Literatur und Ökonomie führte zum Forschungsinteresse an sozialen Prozessen von Klimawandelanpassung und Resilienz in Küstengebieten weltweit, die als Transformationsprozesse innerhalb von institutionellen, kulturellen, sozialen, ökonomischen und politischen Kontexten erfasst werden. Grit Martinez beschäftigt sich zudem mit den Herausforderungen der interdisziplinären Zusammenarbeit der Sozial- und Geisteswissenschaften mit den Natur-, Ingenieur- und Biowissenschaften. Sie ist in zahlreichen Projekten für die Europäische Kommission und Deutsche Forschungsgemeinschaft aktiv.

Prof. Dr. Aletta Mondré

Christian Albrechts Universität zu Kiel, Institut für Sozialwissenschaften

Forschungsinteressen:

  • Architektur von Ocean Governance
  • Tiefseebergbau
  • Konflikte um Meeresgebiete
Politikwissenschaftlerin an der CAU Kiel, Mitglied im Exzellenzcluster Future Ocean und Kiel Marine Science. Ihr Arbeitsgebiet sind die vielfältigen Regulierungsfragen, die sich aus den unterschiedlichen Nutzungsansprüchen und Schutzvorstellungen an Meeren stellen. Beispielsweise untersucht sie die Aushandlungsprozesse der Regulierung von Tiefseebergbau. Sie promovierte an der Universität Bremen über Strategien zur Beilegung von Seegrenzstreitigkeiten.

Dr. Barbara Neumann

Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung IASS , Abteilung Governance der Ozeane

Forschungsinteressen:

  • Sozialökologische Systeme und Interaktionen in Küsten- und Meeresräumen
  • Nachhaltige Entwicklung und Governance von Küsten und Meeren
  • Umsetzung des UN-Nachhaltigkeitsziels 14
  • Nachhaltigkeitsforschung, transdisziplinäre Forschung
Dr. Barbara Neumann ist seit Juni 2017 als Senior Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Governance der Ozeane am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) in Potsdam tätig. Zuvor war sie u.a. Postdoc am Geographischen Institut der Universität Kiel und Mitglied des Exzellenzclusters ‚Ozean der Zukunft‘ in Kiel und forschte dort über die Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs, nachhaltige Entwicklung und Governance von Küstenräumen. Ihr Forschungsinteresse gilt der Analyse und Governance von sozialökologischen Systemen und Interaktionen in Küsten- und Meeresgebieten im Kontext von nachhaltiger Entwicklung, Veränderungsprozessen und Transformation. Sie hat 2002 an der Universität des Saarlandes in Geographie promoviert.

Prof. Dr. Beate Ratter

Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, z.Zt. International Seabed Authority

Forschungsinteressen:

  • Gesellschaftliche Küsten- und Inselforschung
  • Resilienz in Sozial-ökologischen Systemen
  • Risikomanagement
  • Klimawandel und gesellschaftliche Anpassung
  • Komplexitätstheorie
Beate Ratter erforscht die Wahrnehmung von Natur, Naturereignissen und Risiken in unterschiedlichen Regionalkulturen und deren Berücksichtigung sowie die Beteiligung der betroffenen Bevölkerung bei der Entwicklung angepasster nachhaltiger Managementkonzepte. Forschungsschwerpunkte umfassen das integrierte Küstenzonenmanagement und die sozio-ökonomischen Aspekte des Klimawandels sowie Anpassungsstrategien und Risikoperzeption in Küstenräumen und auf kleinen Inseln. Regionale Forschungsschwerpunkte sind die Karibik, SIDS und der europäische Wattenmeerraum. Die Küstenzone ist ein Interaktionsraum von Land, Küste und Meer in der besonderer Nutzungsdruck der Gesellschaften vor dem Hintergrund der fortschreitenden globalen Klimaveränderungen und der wirtschaftlichen und kulturellen Globalisierung wirkmächtig wird.

Dr. Sybille Reinke de Buitrago

Universität Hamburg, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik

Forschungsinteressen:

  • Maritime Sicherheit, Kooperation und Konflikt
  • Identität
  • Raumkonstruktionen
  • Wahrnehmung
  • Diskurs und Macht
Politikwissenschaftlerin mit Schwerpunkten in Internationale Beziehungen, Außen- und Sicherheitspolitik und Friedens- und Konfliktforschung am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH). Sie promovierte an der Universität Hamburg. Ihren BA und MA erwarb sie an der American University in Washington, DC. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf Fragen von Identität, Wahrnehmung, Raumkonstruktionen, Diskurs und Macht, und wie sich diese auf Entwicklungen in der maritimen Sicherheit auswirken. Seit einigen Jahren untersucht sie die Entwicklungen in der Arktis mit Bezug auf Konflikt und Kooperation zwischen Anrainerstaaten und Arktis-interessierten Staaten.

Dr. Sebastian Unger

Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung IASS, Governance der Ozeane

Forschungsinteressen:

  • Sozialökologische Systeme und Interaktionen in Küsten- und Meeresräumen
  • Nachhaltige Entwicklung und Governance von Küsten und Meeren
  • Umsetzung des UN-Nachhaltigkeitsziels 14
  • Nachhaltigkeitsforschung, transdisziplinäre Forschung
Sebastian Unger leitet die Forschungsgruppe Governance der Ozeane am IASS in Potsdam. Seine Arbeit konzentriert sich auf globale Governance-Prozesse für die nachhaltige Nutzung und den Schutz der Meere, u.a. die Entwicklung eines neuen Abkommens zum Schutz der Hohen See, die Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) und die Governance des Tiefseebergbaus. Bereits 2011 ist Sebastian Unger als wissenschaftlicher Koordinator von IASS-Gründungsdirektor Professor Klaus Töpfer an das Institut gekommen. 2007 wurde er zum Deputy-Secretary der OSPAR Kommission zum Schutz des Nordost-Atlantiks in London ernannt. Zuvor koordinierte Sebastian Unger im Auswärtigen Amt in Berlin internationale und europäische Angelegenheiten der Meerespolitik.

Prof. Dr. Cormac Walsh

Leuphana Universität Lüneburg, Institut für Ökologie

Forschungsinteressen:

  • Land-Meer-Interaktionen
  • Maritime Raumordnung
  • Integriertes Küstenmanagement
  • Natur des Naturschutzes
  • Governance-Räume und Räumlichkeiten
Cormac Walsh ist Post-Doc-Wissenschaftler am Institut für Geographie, Universität Hamburg. Aktuell beschäftigt er sich mit den räumlichen Aspekten des Küstenmanagements sowie dem Naturschutz des Wattenmeers in einer komparatistischen Perspektive (DFG 2016-2019). Er interessiert sich für die Steuerung von Land-Meer-Interaktionen an der Schnittstelle von mariner und terrestrischer Raumplanung. Er arbeitete in Forschungsprojekten zur Regionalentwicklung und Raumplanung in Irland und Deutschland mit. Seine Promotion verfasste er 2010 zum Themenfeld der strategischen Raumplanung am University College Dublin. Zusammen mit Friederike Gesing und Rapti Siriwardana de-Zoysa gibt er einen wissenschaftlichen Blog heraus: marinecoastalcultures.com.

Dr. Christian Wirth

GIGA Leibniz Institut für Globale und Regionale Studien

Forschungsinteressen:

  • Die Bedeutung des maritimen Raumes für die Wiederentdeckung geopolitischer Ideen von (internationalen) Ordnung(en)
  • Die Wechselbeziehungen zwischen der Geopolitik der Gegenwart und dem internationalen Seerecht (VN SRÜ) im Indischen und Pazifischen Ozean
  • Die Konsequenzen von sich verändernden Normen und Grenzen für die Gouvernanz der Meere im Westpazifik und dem östlichen Indischen Ozean
  • Sozio-politische Transformationen und die ‘Blue Economy‘
Dr. Christian Wirth ist Research Fellow am GIGA Leibniz Institut für Globale und Regionale Studien in Hamburg und Adjunct Research Fellow am Institut für Asienstudien der Griffith University in Brisbane. Nach dem Abschluss des Rechtswissenschaftlichen Lehrgangs der Universität St. Gallen und einigen Jahren im öffentlichen Dienst der Schweizerischen Bundesverwaltung studierte er Chinesisch in Beijing und promovierte zum Thema der chinesisch-japanischen Beziehungen im Kontext der Regionenbildung Ostasiens an der Waseda Universität in Tokio. Darauf folgende Forschungsaufenthalte an den Waseda, Griffith, Korea und Tohoku Universitäten ermöglichten eine tiefere Auseinandersetzung mit der Thematik der maritimen Politik in Ostasien.