SONNE

Mit der Taufe im Juli 2014 verfügt die deutsche Meeresforschung über ein hochmodernes und multidisziplinäres Forschungsschiff

Mit einer Länge von 116 Metern und einer Breite von knapp 21 Metern ist das neue Schiff etwa 17 Meter länger und fast 7 Meter breiter als sein Vorgänger, der 1969 zunächst als Hecktrawler für die Fischerei in See ging. Bis zu 40 Wissenschaftler finden neben der 35-köpfigen Besatzung auf dem Neubau Platz. Die zukünftigen Haupteinsatzgebiete des neuen Forschungsschiffs werden der Indische und der Pazifische Ozean sein. Wissenschaftliche wie gesellschaftlich relevante Fragestellungen, zu deren Beantwortung die „Sonne“ beitragen wird, umfassen neben marinen Rohstoffen und den Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Natur vor allem auch die Rolle der befahrenen Seegebiete in den globalen Stoffkreisläufen und in der Klimaentwicklung.

Die Kosten für den Neubau in Höhe von 124,4 Millionen Euro übernimmt zu 90 Prozent das Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF). Die Küstenländer Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen steuern die verbleibenden 10 Prozent bei, die Hälfte davon allein Niedersachsen, das unter den Küstenländern deshalb auch die Federführung übernommen hat.

Die Papenburger Meyer-Werft hatte sich im Konsortium Tiefseeforschungsschiff GmbH & Co. KG zusammen mit der Reederei RF Forschungsschiffahrt (Bremen) in einem europaweiten Ausschreibungsverfahren gegen starke Konkurrenz durchgesetzt. Das Forschungsschiff selbst wird energieeffizient und besonders umweltfreundlich sein. Mit dem neuen Tiefseeforschungsschiff SONNE verfügt die deutsche Meeresforschung künftig in Europa über ein Alleinstellungsmerkmal.

Information zur SONNE beim PtJ

 


Die alte SONNE

1977 und 1978 wurde das virherige Forschungsschiff Sonne für die Rohstoffforschung umgebaut. Fortan konnten seismische Messungen durchgeführt und vom geräumigen Arbeitsdeck meeresgeologische Gerätschaften eingesetzt werden. 1991 wurde das Schiff verlängert und noch einmal grundlegend modernisiert, um für alle Disziplinen der Meeresforschung optimal einsetzbar zu sein.

Die Forschung auf der SONNE konzentriert sich auf Tiefsee-Erze und Gashydrate. Zudem lieferte sie wichtige Daten zur optimalen Positionierung von Meeresboden-Seismometern, die als Teil des GITEWS Tsunami-Frühwarnsystems vor Indonesien eingesetzt werden. Hierzu steht an Bord eine Reihe von Messgeräten zur Verfügung: Mit dem Fächerlot lassen sich Karten des Meeresbodens erstellen, die Mehrkanal-Seismik liefert Aufschluss über die Struktur der Erdkruste, ein TV-Schlitten sendet in Echtzeit Bilder vom Meeresboden.

Haupteinsatzgebiet des Forschungsschiffs sind noch der Pazifik und der Indische Ozean. 25 Wissenschaftler finden an Bord Platz.

Der Einsatz im Dienst der Wissenschaft seit 1977 fordert seinen Preis: Mit 38 Jahren ist die SONNE jetzt zu alt, um auch zukünftig den Anforderungen für moderne Forschung auf hoher See gerecht zu werden. Mit der Taufe des neuen Tiefseeforschungsschiffs SONNE am 11. Juli 2014 und der für Ende 2014 geplanten Indienststellung werden sich dann auch die Aufgaben und auch der Name der geschichtsträchtigen SONNE ändern. Es wird jedoch weiterhin für die Wissenschaft verfügbar sein.

Die Sonne auf einen Blick

Baujahr: 2014
Eigner: BMBF
Betreiber: RF Forschungsschifffahrt GmbH
Heimathafen: Wilhelmshaven
Länge: 116 m
Breite: 20,6 m
Tiefgang: max. 6,4 m
Geschwindigkeit: max. 12 kn
Besatzung: 35
Wissenschaftler: 40

 

 

Die alte Sonne auf einen Blick

Baujahr: 1969
Eigner: Partenreederei MS SONNE
Betreiber: RF Reedereigemeinschaft
Forschungsschifffahrt GmbH Bremen
Heimathafen: Bremen
Länge: 97,6 m
Breite: 14,2 m
Tiefgang: max. 6,8 m
Geschwindigkeit: max. 12,5 kn
Besatzung: 26 Personen
Wissenschaftler: 25 Personen