Das Meer vor Ort erkunden

Forschungsschiffe

Gut 70 Prozent der gesamten Erdoberfläche sind von Meeren bedeckt. Das sind über 350 Mio. km² an der Oberfläche und gewaltige 1.3 Milliarden km3 im Volumen. Sie spielen eine entscheidende Rolle im Klimasystem, sind Quellen neuer Rohstoffe, Heimat verschiedenster Lebewesen und zunehmend ein Ort für menschliches Handeln. Um die Meere vor Ort zu erkunden, sind Forschungsschiffe unentbehrlich.

Meeresforscher sind den Prozessen in den Ozeane mit ausgefeilten Technologien auf der Spur: Ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge, mobile Meeresboden-Bohrgeräte oder auf dem Grund verankerte Systeme zur Langzeiterfassung chemischer und physikalischer Daten. Auch sie werden von Forschungsschiffen aus eingesetzt. Eine moderne und leistungsfähige Forschungsflotte ist daher wichtig, um den vielfältigen Aufgaben der Meeresforschung gerecht zu werden. Machen Sie sich selbst ein Bild von der Vielfalt der deutschen Forschungsflotte und erfahren Sie mehr darüber, auf welchen Meeren die Schiffe im Einsatz sind.

EINSATZKARTE – LIVE

UNSERE FORSCHUNGSSCHIFFE

IN ALPHABETISCHER REIHENFOLGE

ALKOR

Baujahr: 1990

Betreiber: GEOMAR

Breite: 12,5 m

Länge: 55,2 m

Das 55 Meter lange Fahrzeug verfügt über vier Labore, in denen unter anderem Luft, Wasser- und Sedimentproben untersucht werden können. Auch JAGO, das einzige bemannte deutsche Tauchboot, wird gelegentlich auf der ALKOR eingesetzt, zum Beispiel, um Kaltwasserkorallen im Skagerrak zu erforschen. Gebaut wurde die nach einem Stern im Bild der Großen Bären benannte ALKOR als Nachfolgerin eines gleichnamigen Forschungskutters.

ATAIR

Baujahr: 2020

Betreiber: BSH

Breite: 16,80 m

Länge: 75 m

Die neue ATAIR ist das weltweit erste seegängige Behördenschiff für Spezialaufgaben mit einem Antrieb für emissionsarmes Flüssiggas (Liquified Natural Gas – LNG) und entspricht damit höchsten Umweltanforderungen. Zu den Aufgaben der neuen ATAIR gehören die Seevermessung und die Wracksuche. Zusätzlich führt es meereskundliche Messfahrten wie beispielsweise die jährliche Sommeraufnahme durch, für die das BSH bisher jährlich ein Forschungsschiff gechartert hat. Die ATAIR ist in Nord- und Ostsee unterwegs sowie im Nordostatlantik.

CLUPEA

Baujahr: 2012

Betreiber: Thünen-Institut

Breite: 7,88 m

Länge: 28,8 m

Die CLUPEA arbeitet vorwiegend in den Gebieten der Küstenfischerei der südwestlichen Ostsee, kann aber auch in der Nordsee eingesetzt werden. Schwimm- und Bodenschleppnetze, Stellnetze und Langleinen, fischereibiologische und Planktonnetze sowie ozeanographische Sonden kommen zum Einsatz. Der Name CLUPEA geht auf den wissenschaftlichen Namen des Herings zurück. Clupea harengus wird seit dem Mittelalter in großen Mengen in Europa gehandelt und ist noch heute wichtiger „Brotfisch“ der deutschen Küstenfischerei.

DENEB

Baujahr: 1994

Betreiber: BSH

Breite: 11,40 m

Länge: 51,92 m

Die DENEB ist ein Schwesterschiff des 1990 gebauten Schiffs WEGA. Aufgaben sind Seevermessung und Wracksuche, dabei überwiegend Auslotung der deutschen Küstengewässer in Nord- und Ostsee, um präzise und aktuelle Daten für die Seekarten, Sportbootkarten und weiteren nautischen Publikationen des BSH zu liefern. Bei Bedarf auch Seevermessung in internationalen Küstengewässern, meereskundliche und nautisch-technische Untersuchungen.

ELISABETH MANN BORGESE

Baujahr: 1987

Betreiber: IOW

Breite: 10,8 m

Länge: 56,56 m

Die „Elisabeth Mann Borgese“ ersetzt die im August 2010 aus dem wissenschaftlichen Dienst gestellte „Professor Albrecht Penck“. Ihr Einsatzgebiet ist in erster Linie die Ostsee. Die bisher vom Wehrtechnischen Dienst der Marine genutzte „Schwedeneck“ steht neu ausgerüstet der zivilen Forschung zur Verfügung. Insgesamt verfügt das Schiff über 97 m² Laborfläche und ein zweckmäßiges, großes Arbeitsdeck. Zwölf WissenschaftlerInnen und eine Besatzung von elf Personen finden darauf Platz.

HEINCKE

Baujahr: 1990

Betreiber: Alfred-Wegener-Institut

Breite: 12,5 m

Länge: 54,2 m

Das Forschungsschiff HEINCKE wurde für längere Forschungsfahrten konzipiert. Bis zu 30 Tage kann es bei seinen Expeditionen in Nord- und Ostsee auf See bleiben, ohne einen Hafen anlaufen zu müssen. Die fast 55 Meter lange Heincke ist das zweitgrößte Schiff in der AWI-Flotte. An gut 250 Tagen im Jahr ist das Schiff auf See und bietet bis zu zwölf Wissenschaftlern einen Platz zum Leben und Arbeiten. Die Einsatzgebiete von FS Heincke sind die Nordsee und der Nordatlantik. In den Sommermonaten ist das Forschungsschiff sogar bis zur norwegischen Inselgruppe Spitzbergen unterwegs.

LITTORINA

Baujahr: 1975

Betreiber: GEOMAR

Breite: 7,4 m

Länge: 29,8 m

Die LITTORINA, übersetzt: Strandschnecke, befährt hauptsächlich die Ost- und Nordsee, kann aber auch im Englischen Kanal und an der norwegischen Küste eingesetzt werden. Und das keineswegs im Schneckentempo. Das Schiff erreicht eine Geschwindigkeit von maximal 10 Knoten, umgerechnet 18 Stundenkilometer. Auf mehrtägigen Fahrten bietet die LITTORINA 6 Wissenschaftlern Platz; an Tagesfahrten können maximal ein Dutzend Wissenschaftler teilnehmen. Die technische Ausrüstung erlaubt es den Forschern, Wasser- und Sedimentproben aus bis zu 500 Meter Meerestiefe zu nehmen.

LUDWIG PRANDTL

Baujahr: 1983

Betreiber: Hereon

Breite: 6,25 m

Länge: 31 m

Durch ihren geringen Tiefgang von maximal 1,70 Metern ist sie nicht nur in der Nord- und Ostsee, sondern gerade im Wattenmeer und in Flussmündungen einsetzbar. Damit wird sie für die Forscher zur idealen Plattform für diverse Untersuchungen der Küstenregion. 2002 wurde die LUDWIG PRANDTL vergrößert und mit modernster Technologie ausgestattet. An Bord befindet sich ein Labor, in dem die Proben weiter bearbeitet werden können. Neben einem hydraulischen Faltkran und einer Winde stehen den Wissenschaftlern unterschiedlichste Messgeräte zur Verfügung.

MARIA S. MERIAN

Baujahr: 2006

Betreiber: Leitstelle Dt. Forschungsschiffe

Breite: 19,2 m

Länge: 94,8 m

Die MARIA S. MERIAN ist auch für Forschungs- arbeiten am Eisrand des Nordatlantiks gerüstet – sie kann Eis bis zu einer Dicke von 60 cm brechen und sich zwischen treibenden Eisschollen bewegen. Um die MERIAN präzise manövrieren zu können, wurde sie mit einem speziellen Antriebssystem ausgerüstet. Unter dem Rumpf befinden sich zwei um 360° drehbare Propeller. Damit kann das Schiff eine vorgegebene Position auf See genau halten.

METEOR

Baujahr: 1986

Betreiber: Leitstelle Dt. Forschungsschiffe

Breite: 16,5 m

Länge: 97,5 m

Das Forschungsschiff METEOR dient vor allem der marinen Grundlagenforschung. Auf Expeditionen arbeiten Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen eng zusammen. Auch die Kooperation mit internationalen Forschergruppen spielt im Bordalltag eine wichtige Rolle. Die METEOR kann bis zu 50 Tage auf See operieren, ohne zwischendurch einen Hafen anlaufen zu müssen. Genug Zeit für die 28 Wissenschaftler an Bord, um die 20 gut ausgestatteten Labore zu nutzen. Ausreichend Platz an Deck sowie 17 Winden und Kräne ermöglichen es den Forschergruppen, das Schiff nach ihren Vorstellungen aufzurüsten. So können sie zusätzliche Laborcontainer aufstellen oder bemannte und unbemannte Tauchboote einsetzen.

MYA II

Baujahr: 2013

Betreiber: Alfred-Wegener-Institut

Breite: 6,26 m

Länge: 21,7 m

Bis zu zwölf Wissenschaftler forschen an Bord von Mya II. Mithilfe der modernen Ausrüstung des Schiffes beobachten Forscher beispielsweise Stoffflüsse zwischen den verschiedenen Ebenen des Nahrungsnetzes. Geologen berechnen anhand verschiedener Messdaten unter anderem, wo sich welche Sedimente ablagern, wie die Struktur des Meeresbodens ist und für welche Organismen er sich als Lebensraum eignet. Mya II ist außerdem Ausbildungsschiff für wissenschaftlichen Nachwuchs – sie lernen an Bord von Mya II den Umgang mit modernen ozeanographischen Geräten.

POLARFUCHS

Baujahr: 1982

Betreiber: GEOMAR

Breite: 4,4 m

Länge: 12,7 m

Polarfuchs

Das Forschungsboot POLARFUCHS diente ursprünglich als Laborbeiboot des Forschungs-Eisbrechers POLARSTERN. Nach einigen Umbauarbeiten wurde das Forschungsboot 1997 dem damaligen IFM-GEOMAR zum Betrieb übergeben. Dort setzt man es an der Schleswig-Holsteinischen Küste ein, vor allem bei ökologischen Untersuchungen. Zu diesem Zweck ist die POLARFUCHS mit einem Mehrzwecklabor und einer kleinen 4-Trommelwinde ausgestattet. Neben der Forschung dient das Boot auch der Lehre in Praktika und Sammeln von Daten für Abschlussarbeiten.

POLARSTERN

Baujahr: 1982

Betreiber: Alfred-Wegener-Institut

Breite: 25 m

Länge: 118 m

Die POLARSTERN gilt als eines der leistungsfähigsten Forschungseisbrecher weltweit. Seit ihrer Jungfernfahrt 1982 hat sie zahlreiche Expeditionen in die Polarmeere unternommen. Dabei ist das Schiff etwa 320 Tage im Jahr auf See unterwegs.Als doppelwandiger Eisbrecher ist sie bei Temperaturen bis zu -50° C einsetzbar. Dank 20.000 PS Motorenleistung kann das Schiff anderthalb Meter dicke Eisschollen mit einer Geschwindigkeit von 5 Knoten durchfahren – dickeres Eis muss durch Rammen gebrochen werden.

SENCKENBERG

Baujahr: 1976

Betreiber: Senckenberg Gesellschaft

Breite: 7,6 m

Länge: 29,5 m

Die Senckenberg ist ein deutscher Forschungskutter der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt am Main. Der Kutter ist in Wilhelmshaven an der Abteilung für Meeresforschung, einer Außenstelle des Forschungsinstituts Senckenberg, stationiert.

SOLEA

Baujahr: 2004

Betreiber: Thünen-Institut

Breite: 10 m

Länge: 42,7 m

SOLEA

Die mittelgroße „Solea“ kommt in den Seegebieten der Kleinen Hochseefischerei (Ostsee, Nordsee) zum Einsatz. Auf den Forschungsreisen nutzen wir Schwimm- und Bodenschleppnetze, Baumkurren, fischereibiologische und Planktonnetze sowie ozeanographische Sonden. Beim Bau der „Solea“ wurde darauf geachtet, die Unterwasser-Schallemissionen so weit wie möglich zu reduzieren. Es ist das leiseste Schiff seiner Klasse und daher besonders für die akustische Aufnahme kleiner Schwarmfische in Nord- und Ostsee geeignet.

SONNE

Baujahr: 2014

Betreiber: Leitstelle Dt. Forschungsschiffe

Breite: 20,6 m

Länge: 116 m

Mit einer Länge von 116 Metern und einer Breite von knapp 21 Metern ist bietet die SONNE bis zu 40 Wissenschaftler und einer 35-köpfigen Besatzung Platz. Die Haupteinsatzgebiete des neuen Forschungsschiffs sind der Indische und der Pazifische Ozean. Wissenschaftliche wie gesellschaftlich relevante Fragestellungen, zu deren Beantwortung die „Sonne“ beiträgt, umfassen neben marinen Rohstoffen und den Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Natur vor allem auch die Rolle der befahrenen Seegebiete in den globalen Stoffkreisläufen und in der Klimaentwicklung.

UTHÖRN

Baujahr: 1982

Betreiber: Alfred-Wegener-Institut

Breite: 8,5 m

Länge: 30,5 m

Auf der UTHÖRN werden biologische und auch geologische Proben für die Meeresforschung gesammelt, sowie Lehrveranstaltungen durchgeführt. Bis zu 25 Passagiere können sich bei Tagesfahrten anschauen, wie Forschungsgeräte auf Schiffen eingesetzt werden. Die nach einer Nebeninsel von Sylt benannte UTHÖRN verfügt über ein Nass- und ein Trockenlabor, deren Einrichtungen auf das jeweilige Forschungsziel abgestimmt werden kann, sowie über mehrere Fangnetze.

WALTHER HERWIG III

Baujahr: 1993

Betreiber: Thünen-Institut

Breite: 15,22 m

Länge: 64,50 m

Benannt ist das Schiff nach Walther Herwig (1838-1912), dem „Vater“ der deutschen Hochseefischerei und Mitinitiator der europäischen, international koordinierten Fischereiforschung. Mit einer Länge von knapp 65 m ist die WALTHER HERWIG III das größte der drei deutschen Fischereiforschungsschiffe. Der Heckfänger mit Aufschleppe kommt in den Seegebieten der Großen Hochseefischerei zum Einsatz (Nordsee, Ostsee und Nordatlantik), die Forschungsreisen erstrecken sich in der Regel über 2 bis 7 Wochen. Dabei können Schwimm- und Bodenschleppnetze wie auch Planktonnetze und andere Fanggeräte eingesetzt werden.

WEGA

Baujahr: 1990

Betreiber: BSH

Breite: 11,40 m

Länge: 52,06 m

DieWEGA ist ein Schwesterschiff der bereits 1987 in Dienst gestellten ATAIR. Aufgaben sind Seevermessung und Wracksuche, dabei überwiegend Auslotung der deutschen Küstengewässer in Nord- und Ostsee, um präzise und aktuelle Daten für die Seekarten, Sportbootkarten und weiteren nautischen Publikationen des BSH zu liefern. Bei Bedarf auch Seevermessung in internationalen Küstengewässern, meereskundliche und nautisch-technische Untersuchungen.