COP30: Ein Signal für globale Zusammenarbeit gegen den Meeresspiegelanstieg
Auf der COP30 rückte am 14. November im Climate Mobility Pavilion ein Thema in den Mittelpunkt, das für Millionen Menschen weltweit zur existenziellen Frage wird: der beschleunigte Anstieg des Meeresspiegels und seine Folgen für Küstengemeinden. Unter dem Titel „Bridging the science-policy gap for enhanced coastal resilience: international cooperation for local coastal resilience solutions to sea-level rise“ diskutierten Politik, Wissenschaft und internationale Organisationen Wege zu wirksamerer Zusammenarbeit und lokal verankerten Lösungen.
Im Zentrum der Veranstaltung standen zwei neue multilaterale Initiativen: die Ocean Rise – Coastal Cities Coalition, eine globale Koalition für Resilienz und Anpassung, die 2025 auf der UN-Ozeankonferenz in Nizza gestartet wurde, sowie das entstehende All-Atlantic Network of Coastal Resilience Beacon Sites. Das Beacon-Netzwerk befindet sich in Verhandlungen, um als Wissenspartner die Koalition zu unterstützen. Beide Initiativen verfolgen das Ziel, wissenschaftliche Expertise, lokale Erfahrung und internationale Unterstützung enger zu verbinden – von der Datenerhebung über Kapazitätsaufbau bis hin zu Finanzierung und politischer Beratung.
Nach Eröffnungsreden aus Frankreich und dem Global Centre for Climate Mobility (GCCM) folgte ein wissenschaftlicher Impuls von Prof. Martin Zimmer (ZMT), der die Bedeutung integrierter, transdisziplinärer Ansätze und lokal verankerter Lernprozesse hervorhob.
Im anschließenden Panel diskutierten Vertreterinnen und Vertreter des französischen Forschungsinstituts für Nachhaltige Entwicklung (IRD), IFREMER, UNESCO-IOCARIBE, GCCM, der Universität von Pará in Belém sowie ICLEI – Local Governments for Sustainability über Anforderungen und Potenziale eines Netzwerks von Pilotstandorten. Einigkeit herrschte darüber, dass widerstandsfähige Küstensysteme nur entstehen können, wenn lokale Akteure frühzeitig mit Forschung, Politik und Finanzinstitutionen zusammenarbeiten. Besonders betont wurden Wissenstransfer, verlässliche Daten, sozial-ökologische Perspektiven und faire Zugänge zu Finanzierung.
Das Auswärtige Amt Deutschlands und das französische Außenministerium nutzten die Veranstaltung, um ihr gemeinsames Engagement für den Schutz gefährdeter Küstenregionen zu unterstreichen und den politischen Rückenwind der COP30 für die internationale Kooperation zu stärken.
Zum Abschluss fasste Anne Vanselow vom Auswärtigen Amt die Kernbotschaft des Tages zusammen: Nur durch ein enges Zusammenspiel von globaler Wissenschaft, regionalem Know-how und lokaler Umsetzung lassen sich tragfähige Lösungen finden – und das dringend, denn der steigende Meeresspiegel wartet nicht.
Die Veranstaltung wurde gemeinsam organisiert vom Auswärtigen Amt, den französischen Ministerien für Außenpolitik und ökologischen Wandel, dem Global Centre for Climate Mobility, dem ZMT Bremen und KDM.