04.12.2020

Ausfahrt im Rahmen des JPIOceans Projekt HOTMIC

Dass jedes Jahr Millionen Tonnen Plastikmüll in den Ozean und seine Randmeere gelangen, ist bekannt. Wo der Müll dort bleibt, dagegen nicht. Eine Expedition des deutschen Forschungsschiffs SONNE soll jetzt dazu beitragen, mehr über den Weg und die Auswirkungen des Plastiks im Meer zu erfahren. Das Team an Bord berichtet im Blog des JPI-Oceans-Forschungsprojekts HOTMIC von seinen Arbeiten – und von ungewöhnlichen Festtagen auf See. 

Der Wissenschaftler Dr. Aaron Beck vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel leitet die Expedition mit dem deutschen Forschungsschiff SONNE, die in den kommenden viereinhalb Wochen Daten und Proben im zentralen Atlantik sammeln wird, von denen sich das interdisziplinäre Team an Bord neue Erkenntnisse über den Verbleib des Plastiks im Ozean und seine Auswirkungen dort verspricht. Die Ergebnisse der Expedition fließen unter anderem in das Projekt HOTMIC (HOrizontal and vertical oceanic distribution, Transport, and impact of MICroplastics) ein, das im Rahmen der europäischen Programminitiative „Gesunde und Produktive Meere und Ozeane“ (JPI Oceans) gefördert wird. Die Expedition folgt einer ersten wissenschaftlichen Ausfahrt mit dem Forschungsschiff POSEIDON im Sommer 2019, während der der westliche Teil des atlantischen Müll-Wirbels beprobt wurde. Eine zweite HOTMIC-Expedition im März 2020 mit dem Forschungsschiff ALKOR untersuchte die Plastikbelastung entlang der europäischen Westküste vom Mittelmeer bis in die Nordsee. Zusätzlich liefert die aktuelle Expedition auch Daten und Proben für das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt PLASTISEA (Harvesting the marine Plastisphere for novel cleaning concepts), das sich mit potenziellen mikrobiologischen Abbauprozessen von Kunststoffen im Meer beschäftigt. 

KDM unterstützt diese Ausfahrt über das vom BMBF geförderte Projekt FFWMeere, im Rahmen dessen die Kolleginnen Dr. Isabelle Schulz und Sandra Ketelhake ihre Arbeitszeit zwischen KDM und JPI Oceans teilen. Dr. Isabelle Schulz ist an Bord der FS Sonne und wird, sowohl wissenschaftlich als auch an der Schnittstelle Wissenschaft – Gesellschaft – Politik, das Projekt aktiv unterstützen.